Die beiden Schweizer Bogenschiessverbände SwissArchery und FAAS luden in den Frühjahrsferien zum 5-tägigen Trainingslager ein. Tabea und Kendra, zwei unserer Juniorinnen, folgten der Einladung und besuchten vom 19. bis zum 23. April das Jugendcamp im Sportcenter Kerenzerberg.
Tabea schilderte uns im Anschluss ihre Eindrücke und Erfahrungen. Neben vielen neuen Erfahrungen und guten Eindrücken hätte sie sich aber sogar noch mehr Fokus auf Leistungs- und Technikverbesserung gewünscht – vielleicht ja eine wertvolle Anregung für die nächste Auflage des Camps.
Hier nun ihr Bericht:
Eindrücke vom Trainingslager in Kerenzerberg



Gut organisiert, aber Flexibilität war gefragt
Im Allgemeinen war das Lager gut organisiert und das Sportzentrum hat uns auch gut unterstützt, falls mal etwas nicht stimmte. Sie haben zum Beispiel mitgedacht, wie man unseren Platz sicherheitstechnisch noch verbessern könnte oder wie wir unsere Bögen besser lagern könnten.
Das Bogenschiessen fand draussen auf einer Wiese statt. Leider war das Pfeilfangnetz nur auf einer Seite aufgespannt. So mussten wir öfters mal warten, wenn im Hintergrund Leute durchliefen. Das war zwar nicht besonders schlimm, aber vielleicht könnte man das beim nächsten Mal verbessern.
Einmal mussten wir auch das Programm umstellen, denn die Leichtathleten wollten gleichzeitig und auch auf der Wiese Diskuswerfen trainieren. Schade, hat man sich im Voraus nicht noch etwas besser abgesprochen.
Herausforderung: Die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bekommen
Am Lager nahmen Jugendliche teil, die sehr unterschiedliche Interessen hatten. Die einen wollten eher 3D-Schiessen trainieren, andere waren sich eher kleinere Distanzen gewohnt, und wieder andere schossen schon seit Ewigkeiten. Wir alle trainierten in einer grossen Gruppe zusammen. Etwas kleinere Gruppen hätten mir etwas besser gefallen. Fast jeden Morgen machten wir eine Flintrunde mit Zählen. An sich eine gute Sache, um es mal auszuprobieren, aber für mich persönlich war das eher nichts. In etwas steilerem Gelände haben wir Dämpfer aufgestellt und als 3D-Ziele darauf geschossen.
Highlight: Fast schon Personal Training
Der Freitag hat mir besonders gut gefallen, da an diesem Tag die meisten Trainer anwesend waren. So hatte man praktisch einen Trainer allein oder zu zweit, der einem zur Technik noch Tipps geben konnte.
Auch Theorie durfte nicht fehlen
Am Dienstagabend hatten wir einen Theorieblock, bei dem es um das Mentaltraining ging. Am Mittwochabend beschäftigten wir uns mit Ernährung, und am Donnerstagabend gab es noch einen
kleinen Block zum Thema Antidoping. An sich fand ich die Themen gut und auch hilfreich, aber sie hätten ein wenig besser präsentiert werden können. Meistens hatten wir einfach die PowerPoint direkt ausgedruckt vor uns, und vorne wurde es dann fast genau so erzählt wie es auch auf der PowerPoint stand. Gern hätte ich noch etwas mehr Material mit mehr Theorie-Details bekommen, um es später nochmals nachlesen zu können.
Und das Rahmenprogramm?
Wir hatten praktisch jeden Tag, Morgen- und Abendsport ausser am Donnerstag, da fiel der Abendsport aus. Am Morgen gingen wir joggen und machten Sportübungen. Am Abend waren wir in der Sporthalle. Nach dem Aufwärmen mit Joggen oder Kraftübungen haben wir Unihockey, Basketball, Sitzball oder Frisbee gespielt. Los ging es morgens jeweils um 6:15. Der Morgensport war okay, es hätte ihn meiner Meinung nach nicht wirklich gebraucht, aber danach war man zumindest wach. Ebenso der Abendsport: die Spiele waren zwar eine gute Beschäftigung, aber mit Trainingslager hatte es nicht
besonders viel zu tun. Mir hätten auch ein paar Kraftübungen gereicht, um danach noch ein wenig entspannen zu können.
Über den Tellerrand geblickt
Am Donnerstagnachmittag hatten wir ein Spezialprogramm. Wir mussten den Pistolen- und Gewehrschützen das Bogenschiessen beibringen und sie uns Pistolen- und Gewehrschiessen. Es war eine schöne Abwechslung, und es hat Spass gemacht, es auszuprobieren.
Tabeas Fazit
Mir hat das Lager Spass gemacht, und es war auch schön, ein paar andere Sachen auszuprobieren und auf weitere Distanzen zu schiessen. Aber: Das Lager war meiner Meinung nach nicht wirklich leistungsorientiert, und ich hätte mir noch mehr Beratung zur Verbesserung meiner Technik gewünscht.